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Donnerstag, 02. September 2010

Parks und Gärten - Seite 3

Am nächsten Tag führt unsere Reise in die Hauptstadt Périgueux

Etwas über eine Autostunde von Riberac entfernt, abseits der wenig befahrenen Autobahn, begegnen uns auf den Straßen nach Périgueux nur wenige Autos.Man nennt Périgord  auch das "Land der 1001 Schlösser".Wir erleben den morgendlichen aufsteigenden Nebel in den Tälern der Flüsse Dordogne und Vézère und wahrlich glauben wir im Land der Feen und Elfen, der Ritter, der Fürsten und Könige zu sein. 

 

 

 

In der Ferne ruft ein Kauz, die Vögel singen und manchmal hören wir Frösche quaken.

 

 

Neben Naturliebhabern kommen in Périgord auch Feinschmecker auf Ihre Kosten.

Erlesene Weine, Esskastanien, zuckersüße Erdbeeren, eine Vielfalt an Nüssen und Trüffeln sind nur einige der Köstlichkeiten dieser Region. Die schwarzen Trüffel Périgords zählen übrigens zu den kostbarsten und edelsten der Welt.

 

Auch Sportliebhaber oder Wanderer können sich in Périgord ausreichend betätigen.
Radsportfans wissen noch heute von der 18.Etappe der Tour des France im Jahr 2007 durch Périgord zu berichten.

 

Für Mountainbiker und Radfahrer gibt es ausgeschilderte Routen auf oder abseits befestigter Straßen. Wassersportlern bieten die Flüsse Möglichkeiten zum Kajakwandern oder einfach nur für entspanntes Angeln oder relaxen.

 

Périgueux ist mit etwas über 30.000 Einwohnern auf etwa 10 km² die größte Stadt der Region.

Die Geschichte der Stadt reicht zurück bis in die Antike. Teile der alten Stadtmauer und Reste eines ehemaligen Amphitheater mit mehreren tausend Plätzen sind noch heute zu besichtigen. Aufschwung erfuhr die Stadt in der Neuzeit durch den Seehandel. Im 19. Jahrhundert erfolgte ein weiterer wirtschaftlicher Aufschwung durch Anschluss an das Bahnnetz.

 

Im Kultur- Verwaltungs- und Umweltamt „Espace Culturel Francois Mitterand“ treffen wir den Chefgärtner Daniel Beauvois,

einen über die Stadtgrenze hinaus bekannten Landschaftsarchitekten. Er ist mit seinen 70 Mitarbeitern/- innen und 17 Lehrlingen stets an seinen  „großen Visionen“  beschäftigt. So legte man auf dem Gelände einige „Lerngärten“  für Kinder an, welche auch der Öffentlichkeit frei zugänglich sind. So wurde etwas Dauerhaftes geschaffen, was jedoch Veränderungen unterliegt.

 

Alle 3 Jahre wechseln die Themen dieser Lerngärten. Jeder einzelne Lerngarten wird nach dieser Zeit öffentlich "ausgeschrieben" . So können sich Gemeinden für diese Gärten bewerben. Wer den "Zuschlag" erhält bekommt die Gärten angeliefert und komplett aufgebaut.

 

Wir sehen aktuell auf dem Gelände des Espace Culturel Francois Mitterand  einen „Afrikanischen Garten“

Dabei hatten Schüler aus dem Senegal und aus Périgord mit ihrer Idee zur Gestaltung dieses Garten einen Wettbewerb gewonnen. Im „Afrikanischen Garten“ sind Symbole aus Holz, Holzkohle, Stroh, Steine, Mais und Holzstäbe für das Thema Ernährung, das Leben in Afrika und für die Artenvielfalt der Tiere dargestellt. Eine anspruchsvolle Aufgabe war es für die Lehrlinge des Espace Culturel Francois Mitterand für dieses Projekt eine „ runde afrikanische Lehmhütte“ aus Materialien der Region des Périgord zu schaffen.

 

 

Als weiteres Beispiel betreten wir den “ Lerngarten Wald“.

Die Grundidee hierbei ist, einem Kind welches erstmals einen Wald betritt , über die unterschiedlich kleinen und schwer begehbaren Baumstümpfe auf den Waldboden aufmerksam zu machen.

 

Der Waldweg lässt sich nun weiter fortschreitend, über größere und weiter auseinander liegende Baumstümpfe immer einfacher beschreiten. Fortan hebt man den Blick in höhere Regionen und beobachtet das Laub.

 

Am Ende des Weges angekommen sieht man mehrere Lern- Schiefertafeln mit Wörtern beschrieben wie „Hallo“, „Danke“, welche in Kerben dicker Baumstümpfe stecken.

 

Über den Köpfen der „Waldbesucher“ fliegen von Kindern gefaltete „Papiervögel“ an den Ästen der Bäume.Der Umwelt und der Wassereinsparung gerecht zu werden, erfolgt die Bewässerung der gesamten Gartenanlage Computergesteuert.

 

 

 Der Park von Vesunna 

Inmitten der Stadt Périgueux befinden sich im Park von Vesunna interessante geschichtliche Ausgrabungen und das Museum. Als Parkbegrenzung wählte man duftende Rosmarinhecken.

Die Bepflanzung der Rosmarinhecken hat neben seinem hübschen Aussehen und dem guten Duft eine pädagogische Wirkung. Der Franzose liebt die exquisite Küche, dazu gehören unabdinglich  erlesene Kräuter.

 

Rosmarin beispielsweise nutzt man zum grillen, somit kann man also sagen es gibt keine „unwichtigen“ Pflanzen. Der Top gepflegte Rasen, alte Stauden, Büsche und uralte Bäume laden zum bummeln und staunen ein.

 

Vorbei an den Ausgrabungen im gläsernen Museum ( hier nutzt man architektonisch geschickt die Lichtspiegelungen von Sonne und Schatten ), sieht man einen noch teilweise erhaltenen Römerturm mit einer stattlichen Höhe von 22,5m.

 

Dieser Turm war Teil einer riesigen Tempelanlage zu Ehren der Wassergöttin Vesunna. Schwalben kreisen und kreischen in der Ruine. Der Ort wirkt trotz strahlendem Sonnenschein gespenstisch. Auch hier setzt der Landschaftsarchitekt die Architektur durch schlichte Bepflanzungen in Wert.

 

 

Das Amphitheater

In einer schattigen Parkanlage sehen wir  noch wenige Überreste dieses ehemals riesigen Amphietheater. Das Gartengelände erfährt zur Zeit einen Wandel, das gesamte Gartenkonzept wird in Richtung mixed boarder geändert. So  werden Bäume gefällt, Stauden gelichtet, Hecken geschnitten. Beete mit vorhandenen 1- oder 2 jährigen Pflanzen werden mit Liebhaberstücken gemischt. Hinter dem großen Springbrunnen wurde ein Kräuterbeet zum „anfassen“ angelegt. Seit der Zeit Napoleon (1860), der bereits zu seiner Zeit eine Gartenbauschule in  Périgueux betreiben ließ, haben die Einwohner an der Bepflanzung Ihrer Stadt Gefallen gefunden.

 

Die Kathedrale Saint-Front ist heute ein Teil des „Jakobsweg“

Zum Stadtrundgang begleiten und Fachleute und Kenner der Stadt.Bis zum 19. Jahrhundert passierte recht wenig in Périgueux, bis man die Kathedrale Saint-Front als einen Teil des „Jakobsweg“ unter den Schutz des UNESCO-Weltkulturerbe stellte. Seit dieser Zeit  entwickelt sich der Tourismus rasant.. Die Kathedrale Saint-Front ist bis heute die größte Kuppelkirche, sie liegt inmitten der Altstadt. Von den ursprünglich vier Kuppeln sind durch die Zerstörungswut der Hugenotten nur noch zwei erhalten geblieben.

 

Text und Bilder (c)DTG-Media, Petra Gross

 

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