„Skandalfilm“ der 50er Jahre mit Rosemarie Nitribitt
Alles über Rosemarie - Ausstellungseröffnung im Deutschen Filmmuseum
Zur Eröffnung der Ausstellung „ Alles über Rosemarie“ , welche vom 29.Juli bis 02.November 2008 im Deutschen Filmmuseum zu sehen ist, waren Nadja Tiller und die Familie Waldleitner als Ehrengäste nach Frankfurt geladen.
Maria Rosalie Auguste Nitribitt
wurde am 1.Februar 1933 in Düsseldorf geboren. Das in Heime und bei Pflegeeltern aufgewachsene Mädchen verliebt sich mit 18 Jahren in einen gleichaltrigen Jungen, von dem Sie verlassen wird. Danach floh sie enttäuscht in die Rhein-Main- Metropole und wurde in Frankfurt mehrmals wegen Landstreicherei festgenommen. Mit 21 Jahren hatte ihr Leben als Frankfurter Hure begonnen. Die sehr attraktive und in edeler Robe gekleidete Frau, traf man in Nobelherbergen ebenso wie in verruchten Etablissements an.
Einer Ihrer ehemaligen Liebhaber war der Harald von Bohlen und Halbach, Bruder des damaligen Krupp- Konzernchefs. Rosemarie war Besitzerin eines der damals möndänsten Deutschen Autos: Ein schwarzes Mercedes Cabriolet 190SL mit roten Sitzen.Sie leistete sich ein edles Appartement in der Stiftstraße 36, wo man Sie am 1.November 1957 tot auffand.Polizei und Staatsanwaltschaft gehen bis heute von Mord aus, der nicht aufgeklärt ist.Teile der Prozessakten sind verschwunden.

- Schauspielerin Nadja Tiller
1958 spielte Nadja Tillerdie Hauptrolle in der Produktion „das Mädchen Rosemarie“, dem größten Skandalfilm der 50er Jahre.
Nadja Tiller wurde am 16.März 1929 in Wien geboren. Heute mit ihren 79 Jahren, ist noch immer der Anmut und die Eleganz, der 1949 und 1953 zur Miss Austria gekürten Nadja Tiller, kein Stückchen verblasst.
Neben Ihren Ausbildungen in Tanz, Ballett und Schauspiel arbeitete Nadja Tiller als Mannequin. Sie spielt in Filmen mit Schauspielkollegen wie Grete Weiser, Hildegard Knef, Heinz Rühmann, Uschi Glas sowie weiteren prominenten Stars, wie auch mit Ihrem späteren Ehemann Walter Giller, viele gute Rollen. Häufig spielte Sie die Verführerin, Vamp, Lebedamen oder das Luxusgeschöpf.
Carl Raddatz spielt im Film den eleganten Geliebten Konrad Hartog und Peter van Eyck den französischen Industriespion Alfons Fribert, der Rosemarie in die Welt der Wirtschaftsbosse einführt.
Die Edelprostituierte „Nitribitt“ kam rasch zu großem Vermögen, wurde aber sodann in Ihrer Frankfurter Wohnung ermordet.
Filmproduzent war Ludwig Waldleitner, liebevoll „Luggi“ genannt. Der 1913 in München geborene Waldleitner machte sich 1952 mit seiner Produktionsfirma Roxy Film erfolgreich am Münchner Stachus selbstständig.
Zahlreiche Heimatfilme, Literaturverfilmungen und Unterhaltungsfilme wurden zum Kassenschlager.Der große Nationale und Internationale Durchbruch gelang Waldleitner 1958 mit dem unter Rolf Thiele als Regisseur gedrehten Film „Das Mädchen Rosemarie“.
„Luggi“ Waldleitner erhielt für seine Filmwerke etliche Preise und Auszeichnungen. Einige Jahre später setzte er sich für die stattliche Filmförderung ein. Junge Filmemacher erhielten große künstlerische Freiheiten unter der Leitung des engagierten Altproduzenten, der 1979 für seine Verdienste um den deutschen Film mit einem Spezial-Bambi ausgezeichnet wurde.
Seine Produktionspalette schwankte zwischen eher anspruchslosen Italo-Western, Komödien, Sex- und Aufklärungsfilmen und erfolgreichen Produktionen wie beispielsweise „ Und Jimmy ging zum Regenbogen“, „Bis zur bitteren Neige“, „Rosemaries Tochter“ oder auch der „Schüler-Report“ .
1954 traf „Luggi“ die Schauspielerin Marilyn Monroe in Hollywood und hatte auch sonst Kontakt zu allen bekannten Schauspielern und Schauspielerinnen der damaligen Zeit. Persönlich war Waldleitner eng mit dem Politiker Franz Josef Strauß befreundet.
Freunde und Kollegen schätzten an Waldleitner seine absolute Zuverlässigkeit und seinen Humor.1996 wurde „Jenseits der Stille“ für einen Oskar nominiert, sein letzter großer Erfolg. Im Januar 1998 verstarb „Luggi“ Waldleitner in Innsbruck.
Das Deutsche Filmmuseum ist seit 1991 im Besitz zahlreicher Drehbücher, umfangreichen Schriftgutes, Film- und Fotomaterial zu etwa 60 Filmen. Michael Waldleitner, Sohn von „Luggi“ vermittelte 1999 weitere Materialien wie die Privatbibliothek, Werbematerialien sowie nahezu alle Filmpreise und Ehrungen aus dem Bestand der Produktionsfirma Roxy Film.
© Text und Bilder Petra Gross, DTG Media



