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Freitag, 03. September 2010


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Essen - Zeche Zollverein - Ausstellung Gold vor Schwarz


Gold vor Schwarz -  Der Essener Domschatz auf Zollverein

Essen - Kulturhauptstadt, ein Extrabericht der Redaktion Touristik-News.com über einen Besuch der Stadt Essen im November 2008

 

Am Sonntag, dem 19. Oktober, eröffnete das neue Ruhr Museum sein Ausstellungsprogramm auf Zollverein mit einer spektakulären Sonderausstellung.

Drei Monate lang werden die berühmten und einzigartigen Kunstwerke des Essener Domschatzes nicht an ihrem angestammten Platz in der Schatzkammer neben der alten Münsterkirche zu sehen sein, sondern können in den Ausstellungsräumen des Ruhr Museums in der ehemaligen Kohlenwäsche der Zeche Zollverein bewundert werden.

"Gold vor Schwarz" lautet der Titel dieser einmaligen Ausstellung. Denn der goldene Schatz, Zeuge des christlichen Mittelalters im Ruhrgebiet, war schon lange vorhanden, bevor man an das 'schwarze Gold' überhaupt dachte.


Der Essener Domschatz erwuchs aus dem Leben einer religiösen Frauengemeinschaft, die seit Mitte des 9. Jahrhunderts in Essen existierte und bis in das frühe 19. Jahrhundert hinein das Leben der Essener bestimmte. Präsentiert vor den kohlegeschwärzten Wänden des industriellen Weltkulturerbes Zollverein verbindet er symbolisch die beiden Geschichtskulturen, die Essen und das gesamte Ruhrgebiet prägten.

Die Zeit des "werdenden christlichen Abendlandes" vor 1200 Jahren und die Epoche der Industrialisierung seit ca. 150 Jahren.

Der Essener Schatz ist einzigartig unter den Kirchenschätzen Deutschlands.

Kein anderer ist über all die Jahrhunderte so vollständig geblieben, wie es in Essen der Fall ist.

Kein anderer verfügt über eine solche Fülle ottonischer, also 1000 Jahre alter Kunstwerke. In dieser Zeit regierten in Essen drei Äbtissinnen aus ottonischem Kaiserhaus.

Damals entstanden die Lilienkrone, das Zeremonialschwert, die vier herrlichen Vortragekreuze, das kostbare Kreuznagelreliquiar, das Evangeliar der Äbtissin Theophanu mit dem berühmten Buchdeckel und andere Kostbarkeiten.

Clip Gold vor Schwarz

Sie alle ziehen für einige Monate in die Kohlenwäsche der Zeche Zollverein um. Begleitet werden sie von goldenen Reliquienbehältnissen, von Kreuzen, Monstranzen und Kelchen aus den nachfolgenden Jahrhunderten, aber auch von Gemälden und Skulpturen, die einst zur Ausstattung der Stiftskirche gehörten.

Zum ersten Mal kann in dieser Ausstellung der Domschatz in seiner kompletten Fülle mit über 220 Kunstwerken besichtigt werden. Einige Stücke werden sogar zum ersten Mal überhaupt gezeigt. Wichtige Handschriften und Urkunden des Frauenstiftes werden von Bibliotheken und Archiven als Leihgaben zur Verfügung gestellt.


Auf den Münzen des Reichsfürstentums Essen demonstrieren die Porträts der Äbtissinnen ihr herrschaftliches Selbstverständnis. Die Ausstellung beginnt in der Gegenwart mit den Insignien der Bischöfe von Essen und folgt den Kunstwerken des Essener Domschatzes durch die Jahrhunderte bis zur Gründung des Stiftes im 9. Jahrhundert. Die Besucher erwartet auf Zollverein in der "Kathedrale der Industriekultur" eine Ausstellung mit Exponaten von außerordentlicher Schönheit und Vollkommenheit in einer faszinierenden Umgebung.

Zur Ausstellung erscheint im Essener Klartext-Verlag ein umfangreicher Katalog mit 344 Seiten und 304 meist ganzseitigen Abbildungen zum Preis von 19,80 Euro. Während der Ausstellung wird ein umfangreiches Begleitprogramm mit öffentlichen Führungen, Führungen für Schulklassen, Kompaktführungen und Kombi-Führungen im Dom und auf Zollverein angeboten.

Workshops für Kinder und Schüler erläutern den Domschatz und die Essener Schreibschule. Eine hochkarätige Vortragsreihe, die abwechselnd im Dom und im Ruhr Museum stattfindet, präsentiert die neuesten Forschungsergebnisse zur Geschichte des Frauenstiftes und seiner Schatzstücke.

Anlass der Ausstellung ist das 50-jährige Jubiläum des Ruhrbistums. Seine Gründung im Jahre 1958 markiert in eindrücklicher Weise den Beginn des Strukturwandels im Ruhrgebiet von der montanindustriellen Wirtschaftsregion hin zu einer gemeinsamen Kulturregion. 

Das Jubiläum ist Anlass für eine Neugestaltung der 1959 öffentlich zugänglich gemachten Schatzkammer. Durch die Renovierung bietet sich die Möglichkeit für die Präsentation auf Zollverein. Im Frühjahr 2009 wird die Domschatzkammer in erweiterten Räumen und mit neuer Konzeption wiedereröffnet.

Mit der Ausstellung "Gold vor Schwarz" beginnt das Ruhr Museum sein Ausstellungsprogramm auf Zollverein mit Themen, die sich auf das Ruhrgebiet beziehen, aber auch weit darüber hinausgehen. Hiermit setzt es die Ausstellungstradition seines Vorläufers, des Ruhrlandmuseums, fort.

Es folgen im Frühjahr 2009 die große naturkundliche Ausstellung "Living Stones – Die Natur als Künstlerin" mit den Highlights der geologischen Sammlungen des Museums, im Frühjahr 2010 die internationale archäologische Ausstellung "Das große Spiel.

Archäologie und Politik zur Zeit der Kolonialisierung (1860-1940)" und im Herbst 2010 eine große Fotoretrospektive zum neuen Ruhrgebiet am Ende des Strukturwandels. Rechtzeitig zum Kulturhauptstadtjahr wird das Ruhr Museum im Oktober 2009 seine Dauerausstellung zur Natur- und Kulturgeschichte des Ruhrgebietes eröffnen.