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Freitag, 03. September 2010




Extrameldung

Kultur & Event News

10.Literarischer Abend im Radisson Blu Hotel Frankfurt mit der Schriftstellerin Stefanie Zweig

ein Bericht von Petra Gross, Inhaberin DTG-Media.com

Anlässlich des 10.Literarischen Abend hat die Autorin in einer bildhaften Sprache das 5.Kapitel aus Ihrem Buch „Das Haus in der Rothschildallee “ vorgetragen.

Die Romangeschichte und die darin vorkommenden Personen sind vollkommen fiktiv. Das Haus  in der Rothschildallee 9 existiert wirklich, prachtvoll steht es an dieser vielbefahrenen Straße in Frankfurt am Main.Gekauft wurde „das Haus“ im Jahr 1951/1952 von Vater Zweig.

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Zur Lesung des 5.Kapitel

hielt Stefanie Zweig zwei Worte für Erklärungsbedürftig.Tallit, ein jüdischer Gebetsschal und Tenach, das heilige Buch. Zwei Dinge, ohne die ein Jude nicht aus dem Haus geht.

Der Roman beschreibt das Leben der Familie Sternberg zu Zeiten an "Kaisers Geburtstag", am 27.Januar 1900. Das Buch spiegelt die Tragik der Zeit vermischt mit einer Prise Humor.

Otto Wilhelm Samuel Sternenberg, erstgeborener Sohn des Tuchhändler Johann Isidor Sternberg und dessen Frau Betsy, zieht in den Krieg.

 

Alles gesehene, gehörte....

...geschmeckte und gefühlte. Alles was war, alles was kommen wird - eine Achterbahnfahrt der Gedanken des „noch Jungen“ Otto, der von jetzt auf gleich erwachsen wird. Seine letzen Minuten in der Rothschildallee 9 am Frühstückstisch im Haus der Eltern. Eine Beschreibung sonnendurchfluteter, sprudelnder Gedankenquell der Vergangenheit durchsetzt mit düstersten Gedanken und Vorstellungen an die Zukunft.

Johann Isidor Sternberg hatte bereits frühmorgens, der Bitte seines Sohnes folgend, sehr geschäftig vor dem Frühstück das Haus verlassen. Mutter Betsy, Tante Jettchen aus Darmstadt, die Geschwister, der Papagei im Wintergarten und der Kanarienvogel “ Frohsinn“ auf dem Balkon plapperten scheinbar ungezwungen wie jedem anderen Tag. Erstgeborener Otto, ist keine Deutsche Eiche, kein Achilles und eher der zurückhaltende und schüchterne Junge. Seine sonst so heißen Finger sind an diesem Sommermorgen Winterklamm.

Der Duft der Dinge lässt an die Vergangenheit anknüpfen. Er nimmt die weißen Tüllgardinen wahr, saugt den Geruch von Nelkenpfeffer, Anis, Muskat, welches in den  Zwetschenmus gehören, in sich auf. Die Augen der Schwester erblickend, wie sehr er diesen Blick genoss und in sich aufsaugte. Eierweck für Tante Jettchen, Karlsbader Hörnchen, Kümmelquark in der Speiskammer verwahrt. Endlos drehen sich Ottos Gedanken im Kreis. Er, das große Kind mit den erschrockenen Augen ist an diesem Morgen extrem blass. In jedem seiner Atemzüge vernimmt die Mutter das, was er ihr verschweigen wollte. Der Zeitpunkt war gekommen, er setzt seine Mütze auf, greift nach Tallit und Tenach und verlässt das Haus.

Es gab keine Fragen mehr zu stellen und nichts mehr zu sagen.

In 4 Wochen wird der Folgeroman „die Kinder der Rothschildallee “ erscheinen

Bekannt wurde die Autorin Stafanie Zweig mit ihrem Bestseller „Jenseits von Afrika“, der von ihr ebenfalls in der Frankfurter Rothschildallee 9 geschrieben wurde.

Dieses Buch erzählt die Geschichte der Familie Redlich, also ihre eigene Familiengeschichte. Redlichs waren Juden aus Oberschlesien und konnten ihr Leben während der  Kriegsjahre in Deutschlands durch Emigration nach Afrika retten. 1938 bis 1946 lebten Sie auf einer einsam gelegenen Farm in Nairobi. Die 1932 geboren Stefanie Zweig war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 6 Jahre. In Afrika fand Sie Freude an den Menschen, den Tieren und der Natur.

Vater Walter Redlich hatte, nach der Rückkehr am 15.04.1947 ins zerstörte Frankfurt am Main, als Richter beim hessischen Justizministerium gearbeitet. Die Rückkehr nach Deutschland und die Umstellung fällt dem Familienvater und seiner Familie extrem schwer. Antijüdische Einstellungen machten sich im Alltag bemerkbar und zählten keineswegs zur Vergangenheit.

Der Film zum Buch, „Nirgendwo in Afrika“ wurde 2003 mit einem Oscar ausgezeichnet. Die Regisseurin Caroline Link konnte für den „Besten nicht- englischsprachigen Film“ die goldene Statue nach Deutschland holen.
Stefanie Zweig ist nicht begeistert vom Film, spiegelt dieser doch eine andere Darstellung als die, welche im Herzen der Autorin ruht. So wurden historische Darstellungen fälschlich und der Charakter Ihrer Mutter verletzend dargestellt.

Stefanie Zweig im Gespräch mit Ingrid Pajunk

Ihrer Kindheitserinerungen besinnt sich Stefanie Zweig im Gespräch mit der Moderatorin, Ingrid Pajunk:

Der Vater war damals, ein halbes Jahr bevor die Familie folgte, nach Afrika gereist.

Eines Tages sagte die Mutter zur kleinen Stafanie man wolle nun zum  Papa fahren, worauf das Mädchen sich sehr freute, wohin dieses „fahren“ auch immer bedeutete.

Es folgte ein 4 Wochen lange Schiffsreise , während der sie lange Zeit erkrankte. Die Reisezeit verflog sehr schnell. Es war nur einfach herrlich, nach einer so langer Zeit endlich den vermisten Vater wieder zu sehen.

Verstehen konnte sie damals die Menschen noch nicht, lernte aber in nur 8 Tagen die Sprache Suaheli. Reden konnte Sie jedoch nur mit den Erwachsenen, da die Kinder in ihrem Alter eine eigene Stammessprache hatten. Damals führte sie ihre eigene Sprache ein, mit Piki- Piki wollte sie verständlich machen das sie mit einer Spitze geimpft wurde. Piki-Piki heißt aber „ Motorrad“  und man lachte das Kind aus. Freunde hatte Stefanie Zweig nach eigenen Angaben keine.

Anfangs hatte die Familie kein Geld um das Mädchen zur Schule zu schicken. Später wurde die Schulpflicht eingeführt und sie musste zur einigen hundert Kilometern entlegenen Internatsschule. Drei Monate Schule, 1 Monat Ferien, wieder Schule, wieder Ferien. Meist wurde sie von einem benachbarten Farmer, auf dessen geräumigem Fahrzeug seine eigenen Kinder und ein paar Hunde Platz fanden, zurück zur Farm der Eltern mitgenommen. Einmal stand Stefanie nach einer Zug-Rückreise alleine am Bahnhof in der Nähe der Farm. Sie wurde später dort abgeholt, wobei das Kind Ihre eigene Mutter nicht erkannte.

Der Gastgeber - Radisson Blue

Verwöhnt wurden die Gäste des "Literarischen Menue" wieder einmal durch die ausgezeichneten Kochkünste des Küchenchef Oliver Schakow und seiner Crew.

Oliver Staas der Generalmanager hatte, wie auch bei allen anderen vergangenen "Literarischen Menues" die Eröffnungsrede gehalten und gleichsam seinen Gästen mitgeteilt, das er selbst nur noch ein paar Tage in Frankfurt weilen wird.

In Kürze würde er in der Funktion des Generalmanger die leitung des "Park Inn" in London übernehmen.

Nachfolgender Generalmanager des Rasisson BLU in Frankfurt wird der Schweizer, Andreas Stöckli, ein erfahrene Hotelier der bisher das" Park Inn" am Zürich Airport führte.

DTG-Media wünscht beiden Herren weiterhin viel Erfolg in der Unternehmensgruppe.

Den stets begeisterten Gästen wünscht DTG-Media eine Fortführung der inzwischen sehr beliebten Veranstaltung "Literarisches Menue", auch unter der Leitung des  Hotelmanagers Andreas Stöckli.