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Sporttouristik News Wintersport - Typen im Schnee - So heißt eine Serie, in der wir Menschen vorstellen, die beruflich oder privat ausgesprochen eng mit dem weißen Metier verbunden sind.

Heute: Gottfried Gruber, der Schneeräum-Chef von Obertauern im Salzburger Land. Der mit der Strasse, dem Schnee und dem Wetter lebt. Jeden August fährt er mit der Frau und den beiden Kindern ans Meer.

(c) Jupp Suttner, Obertauern Salzburger Land

(c) Jupp Suttner, Obertauern Salzburger Land

Aber nur für eine Woche. Dann will er wieder zurück. Ins Gebirg’.

Und wenn dort erstmals im Jahr Schnee fällt, dann beginnt es bei ihm zu prickeln.

Gottfried Gruber (51) ist seit zwölf Jahren der Leiter des Bauhofes von Obertauern im Salzburger Land. „Wenn es erstmals schneit“, so Gottfried Gruber, „dann ist das für mich ein freudiger Moment.“ Er lächelt. Stellt es aber sofort ein, denn ihm kommt spontan in den Sinn: „Die Frau zu Hause hat nicht so eine Freude. Denn man ist ja dann ein anderer Mensch. Man ist auf die Arbeit und das Wetter fokussiert. Man lebt mit dem Wetter und der Straße mit.“ Seit 1988 schon.

Er selbst, der Chef, fährt eine große Fräse. 390 PS, 3 Meter breit, ein Fendt. „Das Beste am Markt. Wir haben vier Stück davon.“ Der Job des Bauhofs ist im Winter vor allem die Schneeräumung. „Wir stehen immer in Bereitschaft. Letzten Januar und Februar sind wir an 16 Tagen um 3 Uhr in der Früh’ ausgefahren.“

Eine ungute Zeit. Denn es liegen bisweilen Helden der Nacht im Weg.
„Einmal ist einer mitten auf der Straße gelegen. In tiefem Schlaf. Der war schon von Schnee bedeckt.“ Hat es aber vom Alkohol her nicht bemerkt. „Der Fahrer“, sie sind zu viert am Bauhof in Obertauern, vier Einheimische, „hat ihn in einen Windfang gestellt und den Arzt angerufen.“ Er wurde gerettet. Während vor Jahren einem Touristen fast nicht mehr geholfen werden konnte: Bei Schneesturm und Nebel trennte eine Fräse ihm ein Bein ab. Doch er überlebte.

Gottfried Gruber liebt seinen Beruf, 7 Tage-Woche im Winter, 4-Tage-Woche im Sommer. Nur die „Angesoffenen in der Party-Meile“ seien ein wirkliches Problem. „Das ist gefährlich, die haben teilweise kein Verständnis und glauben, sie sind alleine auf der Welt.“ Ganz alleine auf jener Welt fühlte sich mal ein leicht bekleidetes Mädchen, das mitten in der Nacht in seine Fahrerkabine flüchtete. „Mich friert es so!“ „Was ist denn mit Deinem Freund?“„Der ist ja das Problem!“ Gruber brachte sie dazu, den Problemkerl anzurufen. „Er kam dann und hat sie abgeholt.“

Gehen die Gäste bisweilen etwas auf die Nerven?
„Das nicht! Aber sie machen unsere Arbeit manchmal halt schwierig. Und dann wollen immer welche, dass wir sie in der Nacht mit nehmen und nach Hause bringen – wissen aber nicht mehr, wo sie wohnen…“

Außerdem ist der Bauhof im Winter u.a. noch für die Präparierung der 15 km Langlauf-Loipen und der parallel dazu laufenden Winterwanderwege zuständig, für die Stationierung der Müllkübel im Ort, für das Funktionieren der Straßenbeleuchtung mit ihren 250 Laternen, für die Aufräumarbeiten in der Party-Meile mit den zerbrochenen Gläsern etc. und für die Freischauflung des Friedhofs von durchaus mal zwei bis drei Meter Schnee, „wenn einer gestorben ist“.

Dann sind die Männer des Bauhofs auch als Totengräber tätig. „Ich habe schon oft versucht, das jemand zu übertragen. Aber die Obertauerner wollen keine Toten anpacken.“ Er selbst stammt aus Tweng, das teilweise zu Obertauern und teilweise zu Untertauern gehört.


„Eine wahnsinnige Arbeit“, erzählt er, sei es, Ende November den Christbaum im Ort auf zu stellen und die gesamte Weihnachtsbeleuchtung zu bestücken sowie anschließend zu warten. Obertauern leuchtet dann und Gottfried Gruber gefällt das getane Werk. Wie ihm auch „die Höhe“, des auf 1.750 m gelegenen 200-Bewohner-Nests gefällt, „das Gebirge und das Klima: Selbst wenn unten eine Hitze ist – ist es hier heroben immer schön kühl.“

Und das Schönste an seinem Job? „Dass er so abwechslungsreich ist. Man weiß nie, was am nächsten Tag kommt. Und dass man einesteils Maschinist ist – und anderseits als Leiter auch im Büro sitzt. Aber ich bin natürlich lieber draußen.


Selten steht ihm der Schnee bis zum Hals, selten steigt bei ihm das Gefühl empor „Jetzt reicht’s!“. Und bei absolut superschlechtem Mega-Mies-Wetter, wenn man dann doch nicht so richtig raus kann? „Dann freut sich die Frau. Weil ich im Keller dann endlich mal das Regal baue.“
Was im Winter ja fast so etwas ähnliches ist – wie im Sommer mit ihr ans Meer fahren.

 

Von: Bild & Text (c) MAROundPARTNER GmbH an Touristik News
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26.01.2017 10:06 Alter: 239 Tage



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