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Segelsport News - Volvo Ocean Race ( Videoclip ) Finalsieg in Galway versöhnt „Puma“

Nachrichten Wassersport Segeln: Mit ihrem einzigen Sieg in zehn Hafenrennen hat die Segelcrew der „Puma“ mit dem Kieler Vorschiffsmann Michael Müller unter US-Skipper Ken Read die In-Port-Serie des Volvo Ocean Race gewonnen

Volvo Ocean Race 2012

Volvo Ocean Race 2012

In-Port-Trophäe für Read, Müller & Co. / Neue Pläne noch geheim

GALWAY.   Das Finale am Sonnabend (7. Juli) im irischen Galway versöhnte die Männer auf der Raubkatze, die in der Gesamtwertung der härtesten Regatta rund um die Welt hinter der „Groupama“ von Franck Cammas/Frankreich und der „Camper“ (Chris Nicholson/Neuseeland) Dritte wurden.

„Wenn wir an der Startlinie sind, wollen wir immer gewinnen, völlig unabhängig von der Bedeutung eines Rennens“, hatte „Michi“ Müller vollen Einsatz versprochen. Das Discover Ireland In-Port-Race war durch den Ausgang der letzten Hochseeetappe am Dienstag (3. Juli) praktisch bedeutungslos geworden. Und Skipper Ken Read hatte es zunächst als Schaulaufen wie bei einer Parade eingestuft. Doch gekleidet in grünen T-Shirts, der Nationalfarbe der Gastgeber, zeigte „der Puma“ wieder von Beginn an seine Zähne. Am Start noch leicht zurück führte die internationale Mannschaft nach wenigen Minuten das gesamte Rennen souverän an. Ein kleines Trostpflaster war es, „vielleicht so viel wert wie ein Etappensieg“, meinte Müller. Mit 45 Punkten schlug das „Puma“-Team ausgerechnet die zweitplatzierte „Camper“, die vorher gleichauf war und mit ihrem Etappensieg auf den letzten Hochseemeilen vor der irischen Küste „Silber“ klargemacht hatte, um einen einzigen Zähler. Gesamtsieger „Groupama“ blieb in der Hafenwertung nur Rang drei.

Die Tage zwischen dem Zieleinlauf der neunten und entscheidenden Etappe von Lorient in Frankreich nach Galway gaben auch dem einzigen deutschen Hochseerecken in den sechs Kampagnen Zeit zur Reflexion. „Es war wieder ein phänomenales Erlebnis mit zahllosen prägenden Momenten für Leben“, resümierte „Michi“ Müller, der seine zweite Weltumseglung als Vorschiffsmann absolvierte. 2009 war er auch mit Puma Ocean Racing Zweiter hinter der „Ericsson 4“ des Brasilianers Torben Grael geworden. Nur ungern erinnert sich der 29-Jährige an den Auftakt im November vorigen Jahres zurück, der mit einem Mastbruch mitten auf dem Atlantik jäh endete. Der Zielhafen Kapstadt mehr als 2000 Seemeilen entfernt und das nächste Land weit genug, um nicht die Gefahr des vorzeitigen Aus zu sehen. „Das war die schrecklichste Situation nicht nur für mich persönlich“, sagt Müller rückblickend.

Den verlorenen Punkten segelte das Puma-Team mehrere Monate hinterher, bis das Podium in Schlagdistanz kam. Auch der Gesamtsieg war noch in greifbarer Nähe, doch dem stand eine Leistungsexplosion der „Groupama“ im Weg. „Dass wir zum Schluss dann auch noch den zweiten Rang verloren haben, war schon sehr ärgerlich“, so Müller, „aber darüber redet in ein paar Wochen niemand mehr. The winner takes it all.“ Am liebsten denkt er an die Zielankünfte, „wo viele Menschen uns zujubelten. Das baut einen sofort wieder auf und lässt die Entbehrungen auf hoher See vergessen.“ Auch den Sieg in Galway genoss der junge Veteran, eine Riesenparty mit 2000 Gästen und der finalen Preisverteilung stand auf dem Programm.

„Das Ende so einer Regatta ist immer ein sehr emotionaler Moment“, sagte sein Skipper Ken Read, „für die meisten war es eine lange Zeit, viel mehr als nur die acht Rennmonate. Ich selbst habe das jetzt sechs Jahre betrieben.“ Als Verlierer fühle er sich nicht, auch wenn der Traum vom Gesamtsieg auch diesmal unerfüllt blieb. Read: „Das Rennen zu beenden und die gesamte Crew wohlbehalten nach Hause zu bringen, ist eine großartige Errungenschaft.“ Vor allem für ihn als Skipper sei die Verantwortung gewaltig. „Die Boote sind Raketen, es gab jede Menge heikle Momente da draußen auf hoher See. Ein falscher Tritt und jemand geht über Bord. Dass wir am Ende keinen dieser schrecklich Anrufe tätigen mussten, um Angehörigen mitzuteilen, ihr Ehemann oder Sohn kommt nicht mehr nach Hause; allein das sollte uns stolz, glücklich und zufrieden machen.“

Einer, der wieder nach Hause an die Kieler Förde kommt, ist Deutschlands Hochseesegler der Stunde. Nach ein paar Tagen Urlaub auf der grünen Insel kehrt Michael Müller mit seiner Partnerin Meike Stange und den beiden kleinen Kindern Mia (3) und Max (1) nach Kiel zurück, um sich von den Strapazen der fast 40.000 Seemeilen durch eisige Kälte, schwerste Stürme und glühende Hitze zu erholen. 

Ob er noch einmal um die Welt segeln will? „Das ist nicht der richtige Moment, darüber nachzudenken, aber ausschließen will ich das nicht“, so der Blondzopf. Das nächste, dann zwölfte Volvo Ocean Race wird 2014/15 auf neuen Booten der Einheitsklasse Volvo 65 ausgetragen. „Mal sehen, wie das einschlägt, und ob es ein reizvolles Projekt für mich gibt.“ So lange soll die Segelszene allerdings nicht auf den nächsten Einsatz Müllers warten. „Ich habe schon Pläne“, verriet der Profi vom Kieler Yacht-Club, vielleicht gar nicht so weit von der Haustür entfernt, „aber die sind noch nicht hundertprozentig spruchreif.“


Ergebnis des zehnten und letzten Hafenrennens von Galway/Irland:

1. Puma (Ken Read/USA) 53 Minuten, 12 Sekunden                                    6 Punkte
2. Camper (Chris Nicholson/Neuseeland) 1 Minute, 19 Sekunden zurück          5
3. Telefoníca (Iker Martínez/Spanien) 1 Minute, 56 Sekunden zurück       4
4. Groupama (Franck Cammas/Frankreich) 2 Minuten, 29 Sek. zurück     3
5. Abu Dhabi (Ian Walker/Abu Dhabi) vier Minuten zurück                          2
6. Sanya (Mike Sanderson/China) vier Minuten, 32 Sekunden zurück      1

Endstand der In-Port-Race-Serie

1. Puma             45 Punkte
2. Camper          44
3. Groupama     41
4. Abu Dhabi     37
5. Telefonica     27
6. Sanya             16

Endstand im Volvo Ocean Race 2012-2012

1. Groupama (Franck Cammas/Frankreich)     253 Punkte
2. Camper (Chris Nicholson/Neuseeland)        231
3. Puma (Ken Read/USA)                                    226
4. Telefoníca            (Iker Martínez/Spanien)                 213
5. Abu Dhabi (Ian Walker)                                    131
6. Sanya (Mike Sanderson/China)                       51

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Von: Bild / Clip / Text Andreas Kling German Media Manager an Touristik-News.com
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07.07.2012 15:50 Alter: 5 Jahre



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