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Deutschland Tourismus News - Zeit für das Besondere – der Lutherweg in Sachsen

Wer heute mit dem Zug von Wittenberg nach Leipzig fährt, benötigt eine halbe Stunde. Zu Lebzeiten Martin Luthers gestaltete sich diese Reise weitaus schwieriger. Weil der Reformator mitunter große Umwege in Kauf nehmen musste, hinterließ er vielerorts tiefe Spuren.

(c) TN-News, Logo by DTG Media

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Die wichtigsten Stationen sowie bedeutende Wirkungsstätten seiner Mitstreiter sind heute durch den Lutherweg miteinander verbunden.

Auf dem 550 Kilometer langen sächsischen Teil der Strecke können Reisende nicht nur Historisches erleben, sondern landschaftlich reizvolle Regionen erkunden. Entlang von Kirchen, Schlössern und Burgen führt der spirituelle Wanderweg durch das Burgen- und Heideland.

Zu den 27 Stationen gehören Städte, in denen die reformatorische Bewegung schnell Einzug hielt. Andere Orte sind eng verknüpft mit den starken Frauen dieser Zeit. So sind in Rochlitz und Kriebstein die Wirkungsstätten der Elisabeth von Hessen zu besuchen, die durch ihr energisches Handeln die Einführung des Protestantismus in ihrem Territorium ermöglichte.

Wenn die Geschichte der Reformation erzählt wird, nimmt Torgau eine herausragende Stellung ein. Bei der Routenplanung sollte die ehemalige Residenzstadt der Kurfürsten deshalb unbedingt berücksichtigt werden. Sehenswert ist vor allem die Schlosskirche, die Martin Luther im Jahr 1544 weihte.

Sie gilt als erster protestantischer Kirchenbau und diente als Vorbild für viele weitere Gotteshäuser. In Torgau wird auch an das bewegte Dasein der Katharina von Bora erinnert. In ihrem Sterbehaus befindet sich heute die einzige Gedenkstätte für jene Frau, die mit ihrer Lebensgeschichte noch immer so viele Menschen beeindruckt.

Während der Lutherweg meist beschaulich verläuft, wird er in Leipzig zu einer pulsierenden Lebensader. Die Messestadt erlangte vor allem aufgrund der Disputation Bedeutung für die Protestanten. In der Pleißenburg, dem heutigen Neuen Rathaus, führten die Reformatoren im Jahr 1519 ihr berühmtes Streitgespräch mit dem katholischen Geistlichen Johannes Eck, das endgültig zur Spaltung der Kirche führte.

Als spirituelle Wanderroute ist der Lutherweg kein Ort der Oberflächlichkeit. So sind die meisten seiner Stationen auch heute nicht mit dem Fernzug zu erreichen. Es lohnt sich dennoch Zeit zu investieren, um historische Stätten wie die Klosterruine Nimbschen bei Grimma zu besuchen.

Bevor sie Martin Luther kennenlernte, lebte Katharina von Bora hier viele Jahre. Von den protestantischen Gedanken beeindruckt, flüchtete sie 1523 gemeinsam mit anderen Nonnen aus dem Zisterzienserinnenkloster. Unweit von Grimma befindet sich Leisnig, wo der Reformator selbst einmal mehr Geschichte schrieb.

Gemeinsam mit den Bürgern entwickelte er 1523 das älteste Sozialpapier der Welt. In dem Dokument, dessen Kopie heute am Eingang der Stadtkirche aushängt, legten sie fest, dass die Einnahmen der Kirche fortan gesammelt und für Ausgaben der Gemeinde verwendet werden.

Wer nach einem guten Grund sucht, auch in Borna Station zu machen, wird gleich drei finden. Seit 2011 ziert eine lebensgroße Plastik von Martin Luther in Gestalt des Junkers Jörg das Stadtzentrum. Mit ihren verschiedenen Elementen entpuppt sich diese als vielschichtiges Denkmal, das es gründlich zu betrachten lohnt.

Da Luther seine Reisen häufig in die Kleinstadt führten und sich seine Ideen rasch verbreiteten, wurde Borna zum ersten Ort im Kurfürstentum Sachsen, in dem reformatorisch gepredigt wurde. Interessante Fakten über diese Zeit werden in einer Ausstellung im Stadtmuseum anschaulich aufbereitet.

Wer in Borna weilt, sollte auch die Sehenswürdigkeit mit der wahrhaft bewegtesten Geschichte beachten: die Emmauskirche. Das Gotteshaus wurde bereits im 13. Jahrhundert errichtet – an seinem jetzigen Platz steht es aber erst seit 2007.

Als mehrere Orte im Leipziger Süden einem Tagebau weichen mussten, wurde die Heuersdorfer Emmauskirche unter riesigem Medieninteresse mit einem Speziallaster ins 12 Kilometer entfernte Borna transportiert.

Wenn Martin Luther von Wittenberg nach Leipzig reiste, führte ihn sein Weg üblicherweise auch durch Löbnitz. Kunstinteressierte sollten es ihm gleich tun. Denn in der evangelischen Dorfkirche, die bereits 1185 als Backsteinbasilika erwähnt wurde, lässt sich die größte Bilderdecke Deutschlands bestaunen. Der aufmerksame Betrachter kann hier 250 Kassettenfelder mit floralen und biblischen Motiven entdecken.

Auch an den anderen der 27 Stationen des Lutherweges warten authentische Schauplätze der Reformation. Somit ist die Route eine Bereicherung für alle, die sich bewusst Zeit nehmen wollen, um die Geschichte zu ergründen. Hätte Luther seine Reisen im Schnellzug unternommen, wäre diese entschleunigte Begegnung mit der Reformationszeit heute wohl undenkbar.

 

Von: Text & Bild (c) TMGS an Touristik News
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27.03.2017 10:15 Alter: 207 Tage



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