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Ausstellung News Aktuell: Eröffnung Ausstellung Merja Herzog-Hellstén in der Galerie Trinkkur Bad Nauheim Freitag, 20. Mai 2011

kunstvoll ev. und der Fachbereich Kultur der Stadt Bad Nauheim freuen sich, die Werke der 1969 in Finnland geborenen und heute in Hanau lebenden Künstlerin in der Galerie Trinkkur zeigen zu können.

Merja Herzog-Hellstén

Merja Herzog-Hellstén

Die Ausstellung in Bad Nauheim ist die Fortsetzung der vorherigen drei Ausstellungen im Brühler Kunstverein (2010), dem Kunstforum Mainturm in Flörsheim (2010) und der Heussenstamm Galerie Frankfurt (März/ April 2011).

Merja Herzog-Hellstén wird mehrere BIOGRAMM-Serien zeigen, darunter etwa 21 der sogenannten „Original-BIOGRAMME“ und weitere Serien, deren Ursprung in den „Original-BIOGRAMMEN“ liegen, wie „mantra“, „al-pha“-Werke (2-D + 3-D).

Die Installation „Mantrische Fugen“ (Nr. 1) aus der Ausstellung in Frankfurt wie auch die erweiterte, extra für die Galerie in Bad Nauheim angefertigte Version (Nr. 2 „Rotunde“) basieren auf einem einzigen „Original-BIOGRAMM-Bild“. Somit folgt die Installation “'Mantrische Fuge“ dem  Kompositionsprinzip
der Fuge: Eine Idee wird mehrfach wiederholt und variiert. Ihre Komposition jedoch ist eine räumliche, eine visuelle.

Die Künstlerin entwickelt komplexe Darstellungen menschlicher und gesellschaftlicher Rhythmen: Das können physisch-psychische Abläufe sein, aber auch zeitstrukturierende, äußere Vorgaben des Arbeitslebens etwa oder anderer sozialer und politischer Systeme. Die aus derlei Elementen konstruierten BIOGRAMME fiktiver Personen werden in kleineren Tuschezeichnungen notiert, aus denen heraus die Künstlerin Einzelformen extrahiert und in unterschiedlichen medialen Formen, zum Beispiel in den Serien der „al-pha“- und „mantra“-Zeichnungen und Objekte, bildnerisch neu arrangiert, verdichtet, zerdehnt und überschneidet.

Der immer weiter getriebenen Segmentierung und Wiederholung bestehender Formpartikel liegt das aus der Musikgeschichte übertragene Kompositionsprinzip der Fuge zugrunde, das hier umgesetzt wird in einen dreidimensionalen, begehbaren, sich atmosphärisch verändernden Bildraum.

Einen weiteren Entwicklungsschritt macht die Künstlerin in den Holzreliefarbeiten, die sie auch als Fuge bezeichnet. Hier geht die Künstlerin einen Schritt weiter und entnimmt aus den bereits übereinander geschichteten Formelementen erneut Bildausschnitte, die sie auf eine Holzplatte überträgt und aussägt. Die einzelnen Bildfragmente befestigt sie in Schichten wieder übereinander an der Wand, ähnlich wie den kleinen Acrylreliefs, allerdings – in sichtbarem Gegensatz dazu – riesig aufgeblasen.

Ihre Arbeiten, vor allem die Installationen, sind schwer zu beschreiben. Sie sind kein Abbild einer wieder erkennbaren Wirklichkeit. Sie verweisen nicht auf eine illusionistische Wirklichkeit jenseits der Kunstwerke. Im Gegenteil: Die Künstlerin entwickelt einen abstrakten Formfundus und zitiert sich in all den Folgearbeiten selbst. Sie entwickelt eine auf sich selbst bezogene reflexive Arbeitsweise und eine daraus resultierende visuelle Bildsprache, die den Vergleich zur Sprachwissenschaft nicht scheut.

Sprachliche Strukturen und Sprachsysteme interessieren die Künstlerin sehr. Merja Herzog-Hellstén spielt mit den Formen und entwickelt diese zu einem System. Jede einzelne dieser BIOGRAMM-Formen erzählt eine kleine Geschichte. Durch die Weiterbearbeitung dieser Einzelelemente in Form von Bildern, Objekten, Skulpturen, Rauminstallationen entsteht ein Komplex an Buchstaben, Wörtern, Sätzen, die sich zu einem eigenen Text formieren, der wiederum eine Geschichte beschreibt.

Die Künstlerin konfrontiert uns mit einer Bildsprache, die zwar auf den ersten Blick verschlüsselt und schwer lesbar erscheint, in der es auf den zweiten Blick aber Strukturen, Wiederholungen und Ähnlichkeiten zu erkennen gibt, die einen Wiedererkennungseffekt haben. In den Biogrammen und Biogrammerweiterungen wird nicht über konkrete Inhalte sondern vielmehr über die Art und Weise gesprochen, wie die rhythmischen Linien und Formen mit- und untereinander kommunizieren. Auf visuelle Art handelt es sich um ein komplexes Spiel mit rhythmischen Formen. Die Installation ist ein Erfahrungsraum, den uns Merja Herzog-Hellstén zur Verfügung stellt, um dieses Spiel zu verfolgen.

Ihr ist bewusst, dass sie sich mit keinen einfachen oder banalen Botschaften auseinandersetzt. Sie will den Betrachter nicht überreizen, aber auch nicht unterfordern. Die Künstlerin hat Respekt vor der Intellektualität des Betrachters. Gleichzeitig übermittelt sie keinen Zwang zur Beschäftigung, sondern ein Angebot. Offenheit den komplexen und schwer fassbaren Themen gegenüber ist ihr künstlerischer Fundus und diese Haltung offeriert sie auch dem Betrachter. In diesem Sinne überlässt sie ihn den Arbeiten, die genau als das wahrgenommen werden wollen was sie sind: Als Objekte an dem Ort, in der Situation, in dem Zustand, in der Atmosphäre und die mal mehr mal weniger sichtbar miteinander kommunizieren.

Wie auch schon bei früheren Projekten arbeitet Herzog-Hellstén, die an der Northern Arizona University, Flagstaff / USA, studiert hat, für dieses Ausstellungskonzept mit einem Musiker zusammen: Der in Miami lebende kubanische Pianist, Dirigent, Komponist und Musikprofessor Armando Tranquilino arrangierte dazu ein elektro-akustisches Parallelwerk in drei Sätzen.
Armando Tranquilino wird bei der Eröffnung anwesend sein.

Seine Komposition nimmt Bezug auf das ursprüngliche BIOGRAMM, auf dem Merja Herzog-Hellsténs visuelle Komposition basiert. In sein Werk um eine Prelude in C-Moll von Johann Sebastian Bach (aus „Das wohltemperierte Klavier“), baut er rhythmische Aufnahmen von Menschen in Miami und einen Vogel namens „Mocking Bird“ (Nachtigall), der in der Lage ist vorhandene Melodien und Rhythmen leicht zu variieren und diese zu wiedergeben, ein.

In seinem 3. Satz (der erste ist ein stiller Satz, der zweite besteht aus den obigen Beschreibungen und steht als Parallel-Satz zum Werk der Künstlerin) nimmt er gezielt Bezug auf die Installationsformen, das Räumliche, das Sphärische. Jedoch soll der dritte Satz nur in Zusammenhang mit dem „After Image“, der Erinnerung, von meiner Komposition erlebt werden, d.h. an einem anderen Ort, an dem man die CD in Ruhe hören kann und das Visuelle nur als Erinnerungsbild erscheint (oder man schaut die Abbildungen im Katalog an).
Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt von Dienstag bis Freitag in der Zeit von 14 bis 18 Uhr, Samstag / Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Von: Kunst- und Kulturverein Bad Nauheim an Touristik-News.com
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08.05.2011 07:00 Alter: 6 Jahre



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