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Freitag, 03. September 2010

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Über Verkaufen und Verkäufer - Der Freitagskommentar

Verkaufen ist der Versuch, einen gegebenen Einsatz, mit Vorteil zurück zu erhalten. Eigentlich besteht das gesamte Leben aus verkaufen.

Der Hund der Futter möchte, gibt Zuneigung gegen einen vollen Fressnapf.
In Partnerschaften ist Verkaufen Gang und Gebe. Auch hier geht es oft um das Befriedigen von Bedürfnissen mit der Vorteilsnahme.
Oft sind die Deals gerade hier sehr skurril anmutend, besonders für Außenstehende.

Angebot und Nachfrage regeln den Markt und bestimmen den Preis.
Der gute Verkäufer bestimmt aber oft, was der Markt braucht und benötigt.

Der Antrieb
Lob und Motivation für den Verkäufer ist die Anerkennung, die er braucht, wie die Luft zum atmen.
Die Würdigung seines Werkes ist ihm heilig und wichtig. Es ist weniger der eigentliche Lohn in Form von Bezahlung.
Es sei denn, das mit der Bezahlung Gekaufte gibt dem Verkäufer wieder einen weiteren Motivationsschub.
So ist dann auch oft zu sehen, dass gute Verkäufer gegebenenfalls oft aus Mangel an Anerkennung, Extremen und Besonderheiten nachhängen.
Das ist dann je nach Klientel die 100 $ Zigarre, der Sportwagen oder der für 1000 $ maßgeschneiderte Anzug, nach einem erfolgreichem Abschluss.
 
Ludi incipiant, die Spiele mögen beginnen.
Verhandlungen mit dem Gesprächspartner sind wie eine feine Bleistiftzeichnung für den Profi. Filigranste Ausführungen wirken auf die Eingeweihten, mit einer sensiblen Liebe zum Detail.
Feinste Striche aneinander gereiht geben für den fremden Betrachter erst beim Zurücktreten den Blick auf das gesamte Werk frei.
Erst dann wird es in der Gesamtheit zum Bild, auch für den Unkundigen.

Kommt jemand und zeichnet solch feine Konturen und Teile des Werkes mit einem „Edding extra breit“ nach, ist das  Werk für den Verkäufer zerstört; wertlos geworden und meist unwiederbringlich verloren; geschändet.

Der Glanz des Besonderen ist weg, die Jungfräulichkeit ist verletzt. Zerstört, einfach so, unbedacht in Sekunden.

Für den Verkäufer zählt das Gesamtwerk, gekrönt durch den Abschluss.
Verkäufer sind wie Diven oder Sportwagen in einer engen abfallenden bergigen Kurvenstraße.
Sie verzeihen so gut wie keine Fehler im Umgang und Handhabung mit ihnen.
Quittiert werden Fahrfehler mit Totalverweigerung, oder dem Abflug, im wahrsten Sinne des Wortes.

Profi-Verkäufer sind die Alfons Schuhbeck´s der guten gehobenen Cuisine.


Einleitung, Hauptteil und Zusammenfassung.

Die Vorbereitung eines Verkaufsgespräches ist Kult und wird zelebriert.
Es ist wie das Aufstellen einer Armee vor der Schlacht.
Es werden Gräben ausgehoben, Minen gelegt, angetäuscht und getarnt.
Jeder versucht, eine optimale Position zu erreichen.
Aber wie im Krieg gibt es auch Regeln für das Handeln.

Diese Regeln werden von Verkäufern und Einkäufern der Profiliga auch meist eingehalten.
Der Zweck heiligt hier nicht immer die Mittel.

Eine goldene Regel sagt, ein gutes Geschäft muss interessant für beide Seiten sein.
Aber über all diesem steht, „es muss wiederholbar sein“.
Sonst hat es nicht wirklich etwas von dem besonders Wert, eines wirklich guten Geschäftes.

Der Abschluss.
Hier scheitern die meisten Verkäufer.
Der Profi spricht hier von einer Abschlussschwäche.
Oft ziehen sich Verhandlungen ewiglich dahin, führen aber nie oder nur selten zu einem messbaren Erfolg.

Es wird geredet, um zu reden.

Verkäufer, oder die sich dafür halten, zerbrechen oft daran und fliehen entweder in ziellose Arbeiten oder fangen mit dem Trinken an.
Immer als Universalentschuldigung der Welt zeigend, seht her, ich mach doch so viel, ich bin ja so beschäftigt und ausgelastet.

Der Erfolg, des Helden.
Die Trophäe in den Händen zu halten, den Vertrag etc., erfüllt wohl die tiefsten Bedürfnisse des Menschen und vor allem die der Seele des Verkäufers.

Stolz wird sie gezeigt und alle sollen Tribut zollen, dem Sieger gegenüber.

Zusammenfassend ist zu sagen, frei nach Loriot, Verkaufen richtig verstanden, kann Freude bereiten.
Jeder sollte versuchen, Geschäfte oder in Neudeutsch „Deals“ so abzuwickeln wie ein Profi.
Dann aber so, dass es beiden Seiten Freude bereit und wiederholbar ist.

Manches Mal ist es aber auch sinnvoll, für ein wichtiges Geschäft einen Profi in das Boot zu holen.
Den sollte man dann auch seinen Job in Ruhe machen lassen.
Übereilte Hast schadet nur.

Oder würden sie dem Chirurg bei der Arbeit helfen, auch wenn sie kein Arzt sind?
Oft gut gemeint, selten hilfreich.

Das ist dann der professionelle Weg, auch mal loslassen zu können.

Von: DTG Media

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01.04.2009 19:06 Alter: 1 Jahre