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Freitag, 03. September 2010

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Reisemedizin - Heftpflaster gegen Durchfall - ETEC-Impfstoff erfolgreich im Versuch getestet

Washington DC/Wien (pte) - Eine der unliebsamsten tropischen Reisebegleiter sind Durchfallserkrankungen.

 

Nach Hochrechnungen leidet etwa jeder dritte Tropenreisende darunter.

Heftpflaster gegen Durchfall - ETEC-Impfstoff

Heftpflaster gegen Durchfall - ETEC-Impfstoff

Forscher des US-Biotech-Unternehmen Iomai www.iomai.com haben ein Heftpflaster entwickelt, das mit dem Problem zumindest teilweise aufräumen konnte. In Versuchen mit Reisenden hat sich das System bewährt, berichtet das Wissenschaftsmagazin Lancet.

Etwa 15 bis 40 Prozent der Reisedurchfälle werden durch enterotoxinbildende Escherichia coli (ETEC)-Bakterien verursacht. Diese gelangen über Nahrungsmittel oder kontaminiertes Trinkwasser in den menschlichen Körper und produzieren dort verschiedene Giftstoffe, die dann zu Durchfall führen.

Das neue Pflaster, an dessen Entwicklung auch mexikanische Forscher gearbeitet haben, soll hitzelabile Toxine von ETEC in den Körper bringen, der dann vor der Reise Antikörper produziert, die eine Infektion mit ETEC vermeiden sollen.

In etwa zwei Drittel aller Fälle findet sich unter den giftigen Toxinen ein Stoff namens LT, der das ideale Antigen für die Entwicklung eines Impfstoffes wäre.

Allerdings ist LT so giftig, dass es weder oral, noch als Injektion oder Nasenspray verabreicht werden kann. Daher ist das Forscherteam um Sarah Frech auf die Idee gekommen, ein Heftpflaster zu entwickeln, bei dem die Substanz über die Haut in den Körper gelangt.

In der Phase-2-Studie des Impfstoffs haben 178 Reisende, die nach Mexiko und Guatemala fuhren, teilgenommen. Zwei Mal erhielten die Probanden im Abstand von zwei bis drei Wochen ein solches Pflaster - 111 von ihnen allerdings ein wirkstofffreies Placebo.

24 Reisende ohne Impfschutz und neun der Geimpften erkrankten an Durchfall. Was aber auch deutlich wurde, war, dass die Impfung zu einer deutlich kürzeren und leichteren Form der Erkrankung führt. Nebenwirkungen gab es nach Angaben der Forscher nicht.

"Leider ist nur ein Teil der Durchfallserkrankungen auf ETEC zurückzuführen", meint die Tropenmedizinerin und Impfexpertin Ursula Wiedermann-Schmidt vom Zentrum für Reisemedizin www.reisemed.at in Wien im pressetext-Interview.

Seit mehr als 20 Jahren arbeiten Forscher weltweit daran, ein Vakzin zu finden, das gegen verschiedene Erregertypen wirksam ist. Doch das sei sehr schwierig. "Vielfach sind es auch nur Reaktionen auf ungewohntes Essen oder fremde Keime, die zu Durchfall führen." In der Regel verschwinde diese Diarrhoe innerhalb von drei Tagen.

"Ehe man sich auf Reisen begibt, sollte man einen Fachmann zu Rate ziehen, der einem verschiedene Tipps mitgeben kann." Die Mitnahme einer Reiseapotheke mit passenden Medikamenten sei jedenfalls ratsam. "Ein paar Dinge sollte ein Reisender schon darüber wissen. Dazu gehört zum Beispiel die Dehydrierung des Organismus nach einer solchen Durchfallserkrankung." Was bei Erwachsenen meist harmlos ausgehe, könne bei Kindern allerdings zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen. "Wir raten daher ab, mit Kleinkindern in Ländern mit einer hohen Durchfallinzidenz und schlechter medizinischer Versorgung zu reisen."

Von: Quelle: PM Aussender: pressetext.austria an Divers Travel Guide

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13.06.2008 19:25 Alter: 2 Jahre