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Der Geburtstag - der Freitagskommentar vom Chefredakteur
Der Geburtstag - Schön und fair ist, dass jeder einen hat, ob er das möchte oder auch nicht...
Schön und fair ist, dass jeder einen hat, ob er das möchte oder auch nicht.
So ist der Geburtstag wohl das persönlichste und übergreifenste Ereignis neben dem Tot, das es gibt.
Jeder ist davon betroffen, keiner kann es verleugnen oder es in Frage stellen.
Genau betrachtet kann man gegebenenfalls nur den Zeitpunkt in Frage stellen.
Praktiziert wird dies dann allerdings oft nur von Frauen, die ab dem fünfundzwanzigsten Geburtstag nicht älter zu werden scheinen, oder wollen.
Bei den Männern ist im Gegenzug wieder alles anders.
In der Jugend möchte man unbedingt älter erscheinen als man ist. Der Vorteilsnahme wegen…
Kinofilme die erst ab 18 Jahren gedacht sind und dem 16 jährigen als sehenswertes, unbedingtes Muss erscheinen.
Irgendwie ist so ein Geburtstag schon eine klasse Idee.
Aber wer feiert wie?
Bei den Christen waren Geburtstagsfeiern bis ins 19. Jahrhundert nur vereinzelt in höheren Gesellschaftsschichten üblich. Das Feiern des Geburtstags verbreitete sich zunächst eher in protestantische Gebieten, während im katholischen Raum bevorzugt der Namenstag gefeiert wurde. Erst in jüngerer Zeit hat sich auch unter Katholiken das Feiern des Geburtstages durchgesetzt.
Das Weihnachtsfest kann als Geburtstagsfest gesehen werden. Nach christlichem Brauch wird am 25. Dezember die Geburt von Jesus von Nazareth gefeiert. Des weiteren feiert der Christ an Pfingsten traditionell den „Geburtstag der Kirche“.
Es gibt konservativen Strömungen des Islams. Dort gilt das Feiern von Geburtstagen oft als christlicher oder jüdischer Brauch und ist für Muslime verboten. Lediglich das Feiern des Geburtstags des Religionsgründers Mohammed ist weit verbreitet.
In anderen Teilen des Islams wird diese Einstellung nicht geteilt. Es wird im schiitischen Iran der Geburtstag der Tochter Mohammeds, Fatima bint Muhammad, als Muttertag zelebriert.
In unserem Kulturkreis ist es üblich, einer Person zum Geburtstag zu gratulieren. Ein Geburtstags-Ständchen zu singen ist auch eine Nette Gepflogenheit. Auf der Hitliste dürfte das bekannteste Geburtstagslied „Happy Birthday“ sein.
Sollte es jemanden verwehrt sein, die persönlichen Grüße direkt zu überbringen, ist es üblich, zumindest per Anruf, SMS, Post, E-Mail einen Geburtstagsgruß zu senden.
Beliebt sind ganz besondere Geburtstage wie z. B. Volljährigkeit oder runde Geburtstage wie 30., 50., 75. usw. zu denen es oft regional weitere, spezielle Bräuche gibt.
Bekannte Bräuche sind unter anderem:
14. Geburtstag, Milchbubi, Milchmädchen:
Das Geburtstagskind bekommt auf dem Weg zur Schule oder auf dem Heimweg Milch oder Joghurt über den Kopf geschüttet.
16. Geburtstag, Panieren:
In einigen Gegenden Norddeutschlands ein verbreitetes Ritual.
Dem Geburtstagskind wird am sechzehnten Geburtstag vorzugsweise auf dem Weg in die Schule oder auf dem Heimweg eine oder mehrere Tüten Mehl über den Kopf geschüttet.
Im englischsprachigem Raum spricht man hierbei von "antiquing" (von antique = antik), was sich auf die entfernte Ähnlichkeit zu antiken Statuen zurückführen lässt. Nach der Mehlattacke haben die betroffene Personen oft eine vage Ähnlichkeit mit solchen Statuen.
18. Geburtstag, rohe Eier auf den Kopf:
Das Geburtstagskind bekommt überraschend ein oder mehrere rohe Eier auf den Kopf geschlagen.
25. Geburtstag, Sockenkranz:
Der Mann bekommt einen Kranz aus gebrauchten oder frischen Socken überreicht. Dies steht dafür, dass der Mann nun eine "alte Socke" sei.
25. Geburtstag Flaschenkranz:
Alternativ zum Sockenkranz und nur für den Mann wird dies in der Oldenburger Region durchgeführt. Es werden kleine leere 2 cl–Flaschen zu einem langen Kranz gebunden. Somit wird der Mann als "alte Flasche" bezeichnet, weil er noch nicht verheiratet ist. Generell werden im Oldenburger Münsterland alle diese "Kränze" zunächst bei dem Geburtstagskind vom Freundeskreis vorbeigebracht und auf den Boden (z.B. Einfahrt) gelegt. Dann muss das Geburtstagskind den Kranz "ablaufen", d.h. mit möglichst wenigen Schritten die Länge des Kranzes ablaufen (mit Anlauf erlaubt). Für jeden Schritt muss er/sie danach einen "Kurzen" trinken, meist leichte Liköre. Danach wird der Kranz unter Verlesung eines spaßigen Textes über das Geburtstagskind von einem Freund/einer Freundin über der Tür aufgehängt, ähnlich Hochzeitskränzen oder Schützenfestkränzen. Um das Gleichgewicht zwischen Geburtstagskind und Freundeskreis wieder herzustellen, muss der/die Vorleser/in des Textes bei jedem Satzzeichen (:,.;!? etc.) ebenfalls einen "Kurzen" trinken. Im Emsland wurden schon Flaschen/Schachtelkränze von knapp 2 km gesichtet, die unter Verlesung eines zweiseitigen Textes aufgehängt wurden...! Üblicherweise gibt es zusätzlich zu dem langen Kranz noch einen kleinen Kranz mit vollen 2cl -Flaschen zum Umhängen. Diese Fläschchen werden dann im Laufe des Abends geleert.
25. Geburtstag einer unverheiratete Frau:
Schachtelkranz (Schachtelfest).
In Süddeutschland werden Frauen an ihrem Geburtstag seltsame Geschenke gemacht. Als eine jetzt alte Schachtel erhält sie nur leere Pappschachteln als Geschenk. Am 30. Geburtstag folgt in manchen Regionen Deutschlands zusätzlich der Schachtelgeburtstag.
In Schaltjahren gibt es den Flaschenkranz für Frauen und den Schachtelkranz für Männer.
30. Geburtstag von unverheirateten Männern:
Treppe fegen.
Der Betroffene muss – oft verkleidet – Dreck von der Rathaustreppe, in einigen Regionen auch von einer Brücke, zusammenfegen. Er darf damit nicht eher aufhören, bis er von einer Jungfrau "freigeküsst" wird.
30. Geburtstag, Klinkenputzen:
Bei unverheirateten Frauen: Vergleichbar dem Fegen bei Männern. Hier müssen jedoch Türklinken gereinigt werden.
40. Geburtstag, Eselsreiten:
Bei unverheirateten Männern und Frauen: Der oder die Betroffene wird auf einem Esel durch das Dorf geführt.
50. Geburtstag, alter Sack Fest:
Feiern Männer des entsprechenden Alters in einigen Regionen Deutschlands.
Wichtig ist an dieser Stelle nur, dass man Freunde hat, die mit einem Feiern.
Wobei die Anzahl der Freunde sehr unterschiedlich ist.
Das geht von der anheimelnden Zweisamkeit, bis zur Massenveranstaltung ganzer Dörfer.
Jeder nach seinem Gusto
Allen Geburtstagskindern des heutigen Tages viel Gesundheit und viel Spaß beim Feiern.


