Der Kommentar zum Freitag
Eine Artikelserie vom City Journalist aus Berlin, Jörg Graul beim Onlinemagazin Touristik-News.com
Ein bisschen –ing für´s neue Jahr ...
Wir wünschen allen ein schönes neues Jahr und vor allem viel Gesundheit.
Ein neues Jahr bedeutet für viele auch neue Chancen, neue Vorsätze und das geloben nach Besserung.
Der eine wird etwas weglassen, hilfsweise Gewicht am eigenen Körper. Der andere die Zigaretten, den Alkohol, oder was auch immer.
Viele werden im neuen Jahr mit etwa Neuem beginnen.
Mit einer neuen Sportart vielleicht? Nun stellt sich die Frage, welche ist für mich die Richtige?
Über die Jahre hat man sich damit abgefunden, dass es für die Ausrüstungsgegenstände beim Sport wohl keine deutschen Worte mehr zu geben scheint.
Die Schuhe, mit denen die Leute heute "walken oder biken gehen, heißen „boots“ oder „slipper“.
Sportgeräte sind "Tools". Bei Rags, handelt es sich heute um Schläger für Tennis oder Squash.
Also, zu meiner Zeit, früher, als alles eh besser war, hat sich ein sportlicher junger Mann, nennen wir ihn mal Hans, zum Beispiel entschieden Tauchen zu lernen.
Hans kam immer pünktlich jede Woche zum Training .
Er kaufte seine Ausrüstung im Fachgeschäft: Wenn etwas mal nicht richtig passte, wurde es vom Tauchladenbesitzer getauscht, bis es optimal funktionierte.
Hans war nett und wurde auch von den Ausbildern geschätzt.
Er lernte fleißig und las Bücher. Fragen wurden mit den Tauchlehrern besprochen. Nach 3 – 4 Monaten bestand er den Tauchschein erfolgreich.
Er machte pro Jahr im Durchschnitt bestimmt 30 – 40 Tauchgänge, natürlich hier in Deutschland.
Hans bildete sich weiter und war nach 2 Jahren sogar schon Tauchlehrer Assistent.
Hans ist nun seit 5 Jahren Taucher und hat bei jeder seiner zweiUrlaubsreisen im Jahr Spaß am Tauchen, wie am ersten Tag.
Kevin hingegen machte die Theorie für sein „Open Water Diver“ per „e-learning“ allein Zuhause am PC. „surfte“ im „net“ und erstand bei ebayseine „tools“.
Die passten zwar nicht besonders und waren vom Umtauschausgeschlossen. "No mercy", halt. Die Maske drückte, wie auch die Flossen, aber billig war´s.
Der billigste Diveshop war schnell im „net“ gefunden. Der Instruktor war zwar nicht sonderlich begeistert, dass Kevin schon die zum Training nötigen Tools hatte und er leer ausging. Aber so sind die Zeiten, sagte er sich.
Kevin hat nach dem Tauchen noch viele andere Sportarten versucht.
Nach "Diving" folgten: Mountening, Caving, Rafting, Downhilling, Skiing.
Dann gradete er up in "Extremerafting, Extremmountening, and so on".
Hauptsache mit " -ing" am Schluss.
Das war aber nach wenigen Wochen „extrem“ langweilig. Kevin sucht jetzt
nach einer neuen Herausforderung und einem neuen Hobby.
So manches Mal habe ich das Gefühl, noch älter zu sein als es der Personalausweis mir glauben machen möchte. Die Verrohung der deutschen Sprache ist unaufhaltsam nun auch
verankert in den Breiten des Sports.
Witzig ist in diesem Zusammenhang der Sprachgebrauch gerade im alten Berlin, so um 1890 - 1930.
Da galt französisch als unsagbar chic. Gut vergleichbar mit den englischen Wortgebrauch heute. Anstelle von Bürgersteig wurde" Trottoir" gesagt. Der Fleischklops nannte sich elegant "Boulette". Die Geldböse war jetzt ein "Portemonnaie". Soße wurde in einer "Saucière" gereicht.
Das Pinkelbecken avancierte zum eleganten "Pissoire" dem WC (Wasser "Closette") nahestehend.
Schon Cicero sagte im alten Rom „O tempora, o mores“ Oh Zeiten, Oh Sitten“.
Die Problemstellung an sich wohl nicht ganz so neu und bleibt eine Herausforderung für weitere 2000 Jahre.
Was würde ich dafür geben, eine kleine Kostprobe von der deutschen Sprache des Jahres 2300 zu hören.
Aber anyway in welcher Sprache die Sportarten auch genannt werden.
Wichtig zu guter Letzt ist, dass die Leute sich bewegen und durch den Sport super viel Spaß haben.
Freitagskommentar
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