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Dienstag, 22. August 2017

Sommelier News

Nachrichten für Weinliebhaber



Nachrichten für Weinliebhaber - Höhepunkte der Weinkultur

Das Deutsche Weininstitut (DWI) zeichnet 2010 erstmals „Höhepunkte der Weinkultur“ in den deutschen Weinbauregionen aus.

Es handelt sich dabei um besondere Orte, die die Geschichte und Tradition des Weinbaus, die Leistungen der Weinwirtschaft und das Kulturgut Wein dokumentieren

Zu den Höhepunkten der Weinkultur zählen:

- die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr (Ahr)
- der Vulkanfelsgarten Winklerberg am Kaiserstuhl (Baden)
- der Staatlicher Hofkeller, Würzburg (Franken)
- der Erlebnispfad Wein & Stein, Heppenheim (Hessische Bergstraße)
- die Weinlage Bopparder Hamm (Mittelrhein)
- die Römische Kelteranlage in Piesport (Mosel)
- das Freilichtmuseum Bad Sobernheim (Nahe)
- der Weinort Deidesheim (Pfalz)
- das Kloster Eberbach (Rheingau)
- das Kupferberg Museum, Mainz (Rheinhessen)
- die Weinbergshäuschen am Freyburger Schweigenberg (Saale-Unstrut)
- das Staatsweingut Schloss Wackerbarth (Sachsen)
- das Fürstenfaß im Pfedelbacher Weinbaumuseum (Württemberg)

Mayschoß-Altenahr: Wiege der Winzergenossenschaft

Die Wiege der Winzergenossenschaften, sie steht in Mayschoß an der Ahr. Im Jahr 1868, genau am 20. Dezember, wurde hier von 18 Winzern die erste Winzergenossenschaft der Weinbaugeschichte aus der Taufe gehoben. Die Vereinigung wurde ein Jahr später unter dem Namen „Winzer Verein zu Mayschoß – Eingetragene Genossenschaft“ in das Handels- und Genossenschaftsregister in Koblenz eingetragen. Erster Präsident wurde Nikolaus Näkel.

Es war eine Geburt aus der Not heraus: Seit etwa 1860 war der Weinbau an der Ahr in einer tiefen Krise, verursacht durch Missernten, die Reblaus und den Zusammenbruch des Weinhandels zwischen den preußischen Gebieten und den europäischen Nachbarn. Der Zusammenschluss versprach Hilfe in der Not, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden an der Ahr rund 20 Winzergenossenschaften gegründet. Noch heute sind 90 Prozent der Ahr-Winzer in drei Winzergenossenschaften organisiert.

Die Mayschoßer Genossenschaft wuchs schnell, bereits 1881 wurden 141 Mitglieder gezählt. 1873 hatten die Winzer begonnen, erste Gänge eines großen Gewölbekellers zu errichten. 1888 und 1889 kam dann der zweite und größte Kellergang zur Fasslagerung hinzu, ebenso der erste Stock des heutigen Bürogebäudes. 1968 feierten bereits 240 Mitglieder das 100-jährige Bestehen der Genossenschaft. 1982 wurde die Fusion mit der Winzergenossenschaft von Altenahr beschlossen, seitdem lautet der Name Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr. An die Geschichte des Weinbaus in der Region erinnert in den Kellergewölben ein kleines Weinbaumuseum. Hier sind allerlei Geräte aus der Traubenbereitung zu sehen, etwa Kiepen, Handwagen zum Traubentransport, Scheren-Modelle, eine Traubenmühle aus dem Jahr 1900, eine Handkorkmaschine und eine halbautomatische Flaschenspülmaschine.

Die Winzervereinigung hat heute 320 Mitglieder, die eine Rebfläche von 121 Hektar bewirtschaften. 60 Prozent davon sind im Rotwein-Land Ahr mit Spätburgunder bewachsen, auf 20 Prozent wachsen Rieslingtrauben. Mit einer Jahresproduktion von mehr als einer Million Litern gehört die Winzergenossenschaft zu den mittelgroßen in Deutschland - und zu den besten: 2000 wurde die Genossenschaft im renommierten Gault Millau zur "Entdeckung des Jahres" gekürt und wird als einzige Genossenschaft mit drei „F“ im Feinschmecker geführt. Zum 140. Jubiläum der Genossenschaft im Jahr 2008 gab es einen Jubiläumswein, gekeltert aus dem sehr guten Jahrgang 2007 – natürlich ein Spätburgunder.