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Dienstag, 26. September 2017



Fotografie, Travel Etiquette Guide

Leitfaden von Martin Edström damit Ihre Reisefotos ein Erfolg werden. Die Welt durch die Linse, Reisefotografie mit Nikon COOLPIX

Nikon COOLPIX hat sich mit dem preisgekrönten internationalen Reisefotografen Martin Edström zusammengetan, um das ultimative Reiseaccessoire für aufstrebende Fotografen zu verfassen.

Auf den folgenden Seiten geben Ihnen Nikon und Martin Edström fachmännische Ratschläge zu zahlreichen kulturellen Besonder- und Gepflogenheiten, die Sie kennen und beachten sollten, wenn Sie mit Menschen in den verschiedenen Teilen der Welt zusammentreffen und diese fotografieren möchten.

Sie finden in diesem Leitfaden zudem wunderschöne preisgekrönte Fotos von Edström selbst sowie Expertentipps und Anregungen, damit Ihre Reisefotos ein Erfolg werden. Zum Beispiel erfahren Sie, wann die beste Tageszeit für Landschaftsaufnahmen ist oder wie Sie Personen am besten in einem Bild platzieren.

Dieser praktische Leitfaden im Taschenformat ist der ideale Begleiter für Ihren nächsten Urlaub und verrät Ihnen einige Tipps und Tricks, damit Sie Ihre Freunde und Verwandten mit Ihren Bildern nach der Rückkehr gebührend beeindrucken können und Ihre Urlaubserinnerungen noch schöner werden.

Martin Edström


Martin Edström ist ein international anerkannter und preisgekrönter Dokumentar- und Reisefotograf.

2009 erreichte er beim internationalen Award »Travel Photographer of the Year« den 1. Platz in der Kategorie »People of the World«.

Edström hat sich das Fotografieren selbst beigebracht.

 

Martin Edström beim Spielen im Schlamm mit Susana, Giordio, Jeni und anderen Kindern. Sani Isla, Amazonien, Ecuador. FOTO: Michel Orion Scott

Sein Interesse für die Fotografie wurde im Alter von 12 Jahren geweckt, als er die Kamera seines Großvaters erbte und einen Job als Zeitungsausträger annahm, um sich das Geld für die Filmentwicklung zu verdienen.

Das Schreiben und Geschichtenerzählen lag Edström schon immer im Blut, daher stand sein Berufswunsch Fotojournalist schon früh fest; zurzeit absolviert er ein Journalistikstudium in Stockholm. Edström sucht sich für seine Bilder gerne vergessene Orte und Motive aus und erzählt die Geschichten von Einzelpersonen, die von den Mainstream-Medien für gewöhnlich übergangen werden.Seine Arbeiten erscheinen regelmäßig in Zeitschriften, Zeitungen und im Internet und werden z.B. im Independent World Report, im British Journal of Photography und im schwedischen Reisemagazin Escape 360 veröffentlicht.

Grußwort von Martin Edström

Heutzutage ist eine Digitalkamera häufig eines der ersten Dinge, die man bei der Urlaubsvorbereitung einpackt. Dies bedeutet, dass sich die Menschen auf der ganzen Welt mittlerweile mehr oder weniger daran gewöhnt haben fotografiert zu werden; gleichzeitig gibt es aber auch genügend Menschen, denen Fotos schießende Touristen ein Dorn im Auge sind, vor allem, wenn dies ohne Erlaubnis geschieht.

Egal in welche Ecke der Welt Ihre Reise Sie führt: Bitte seien Sie stets höflich und fragen Sie um Erlaubnis, bevor Sie jemanden fotografieren. Häufig reicht es schon, jemandem zuzunicken und ihm die Kamera zu zeigen. Jeder Mensch sollte selbst entscheiden können, ob er sich als Fotomotiv zur Verfügung stellen möchte oder nicht. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie Einzelpersonen oder eine Gruppe von Einzelpersonen fotografieren.

Bei Aufnahmen von großen Menschenmengen ist dieser Punkt weniger relevant.

Eine tolle Sache an Digitalkameras ist der LCD-Monitor – damit können Sie Ihren »Motiven« die Bilder direkt zeigen. Viele Menschen möchten sich ihr Foto gerne ansehen, und es sorgt stets für bessere Stimmung, wenn Sie ihnen das gerade aufgenommene gelungene Bild zeigen können.Falls Sie beabsichtigen, Ihre Bilder zur kommerziellen Nutzung an eine Agentur zu verkaufen, denken Sie bitte daran, dass Sie dazu die schriftliche Erlaubnis jeder abgebildeten Person benötigen.

Asien - Entdeckung der religiösen Vielfalt Asiens

Heiligtümer und heilige Orte sind häufig ein guter Ausgangspunkt, um die Seele eines Landes zu entdecken und einzufangen, vor allem in Großstädten mit ihrem chaotischen und lauten Verkehrsgewühl. Zwar sind religiöse Rituale ein interessantes Fotomotiv, jedoch müssen Sie äußersten Respekt wahren, wenn Sie Personen bei der Teilnahme an solchen Zeremonien fotografieren.

In Südasien gilt das Fotografieren bei vielen Hindu-Zeremonien sogar als Sakrileg, da es die Gläubigen vom Gebet ablenkt.

In Indien wird über Verhaltensregeln für das Zahlen von Belohnungen oder »Trinkgeldern« an fotografierte Personen debattiert, vor allem in den ärmeren Teilen Indiens. Viele Menschen halten es für eine angemessene Regel, einem Handwerker oder Arbeiter ein Trinkgeld zu zahlen, weil sie sie ja von der Arbeit abgehalten haben.

Am besten ist es wohl, von Fall zu Fall zu entscheiden. Wenn Sie jemanden zeitlich stark beansprucht haben, ist ein kleines Geschenk völlig in Ordnung.

Edströms Top-Tipp: Die richtige Beleuchtung ist für das perfekte Bild entscheidend. Erkunden Sie daher ausgiebig alle möglichen Lichtquellen, bevor Sie Ihre Fotos aufnehmen. Gutes Licht finden Sie am besten mithilfe Ihrer Handfläche. Halten Sie Ihre Handfläche einfach an die Stelle, die Sie fotografieren möchten – wenn das Licht die Haut natürlich aussehen lässt, ist es vermutlich auch für eine Porträtaufnahme gut geeignet.

Afrika - Ein Spielplatz der Kulturen

Afrika ist ein Kontinent voller Naturwunder der unterschiedlichsten Art – von der berühmten Sahara und den Victoria Wasserfällen bis hin zum beeindruckenden Kilimandscharo und dem Tafelberg. Dadurch ist Afrika zu einem beliebten Touristenziel geworden, und viele Gegenden sind mittlerweile regelrecht überfüllt, sodass das Fotografieren schwierig wird.

Dazu tragen vor allem die immer zahlreicher werdenden Safari-Urlauber bei. Um wirklich schöne Bilder machen zu können, sollten Sie die Menge meiden oder versuchen, nicht gerade zur Hauptreisezeit unterwegs zu sein. Während meiner Zeit in Afrika habe ich festgestellt, dass die Menschen es nicht besonders schätzen, wenn Touristen auf ihren Fotos die eher negativen oder brisanten Aspekte eines Landes zeigen.

Daher ist es ratsam, sich auf positivere Aspekte zu konzentrieren, um niemanden zu verletzen oder zu verärgern.

Edströms Top-Tipp: Bei Landschaftsaufnahmen lassen sich die harten, durch direktes Sonnenlicht verursachten Farbtöne manchmal einfach nicht vermeiden. In Afrika bieten sich die frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden zum Fotografieren an, da das Licht dann weicher ist und perfekte Bilder gelingen können.

Europa - Naturwundern auf der Spur

Neben pulsierenden Städten und moderner Architektur hat Europa auch wunderschöne, echte Wildnis zu bieten, angefangen bei den Bergketten der Pyrenäen bis hin zum Schwarzwald. Eine Reise zu diesen Zielen bietet eine Fülle von interessanten und vielfältigen Motiven.

Europäer haben im Gegensatz zu den meisten anderen Nationen ein sehr entspanntes Verhältnis dazu, fotografiert zu werden. Allerdings gilt auch hier wie für die meisten Kontinente, dass Sie vor dem Fotografieren von Personen stets zunächst um Erlaubnis fragen sollten.

In einigen Ländern gelten diesbezüglich striktere Regeln.

Achten Sie beim Einweisen Ihrer »Fotomotive« für die richtige Platzierung im Bild darauf, nicht mit dem Finger, sondern nur mit der ganzen Hand zu zeigen. In vielen Teilen Europas gilt es als unanständig, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen.

Edströms Top-Tipp: Denken Sie bei Porträtaufnahmen stets an die Augen der fotografierten Person. Sie sollten nach Möglichkeit irgendeine Art von Reflexion zeigen – mit einem Glanz oder Schimmer, und sei er noch so winzig, wirkt ein Porträt viel lebendiger

Nordamerika- Eintauchen in die lokale Kultur

Um die Kultur und den Geist von Nordamerika im Bild festzuhalten, kann man heutzutage einfach in die Städte gehen und die schillernden Persönlichkeiten der ortansässigen Bevölkerung an sich vorbeiziehen und entfalten lassen.

Entspannen Sie einen Tag am Strand von Los Angeles und beobachten Sie die Surfer, oder schlendern Sie über die Boulevards von Montreal mit ihren Dutzenden von Rollerskatern – das kann genauso interessant sein wie der Grand Canyon oder der Yosemite-Nationalpark. Sie werden reichlich Gelegenheit zum Fotografieren haben!

In den ländlicheren Gegenden Nordamerikas wie beispielsweise bei den Mojave-Indianern ist es Brauch, nicht nur den Körper, sondern auch den Besitz eines Verstorbenen einzuäschern. Das Aufbewahren von Fotos gilt als besonders schwerwiegende Verletzung dieser Regel, da hierdurch »der Schatten«, also die Seele des Verstorbenen, erhalten bleibt.

Die Mojave lassen sich daher nur sehr widerstrebend fotografieren und nehmen es sehr übel, wenn jemand dies heimlich versucht.

Die Indianer in den USA verweigern möglicherweise die Fotoerlaubnis, weil in ihrem Glauben ein Spiegel nicht die Realität, sondern die Seele einer Person reflektiert. In einem Bild, das von einem Gerät mit vielen Spiegeln aufgenommen wird, kann daher die Seele gefangen und versklavt werden. Manchmal gilt diese Restriktion nur für Babys und Kinder, da ihre Seelen zerbrechlich sind und den Körper leichter verlassen können.

Edströms Top-Tipp: Porträtaufnahmen wirken sehr viel natürlicher und ansprechender, wenn die fotografierte Person dem Fotografen vertraut. Versuchen Sie daher zunächst, eine Beziehung zu Ihrem »Fotomotiv« aufzubauen, und gehen Sie erst dann daran, die Person in Aktion oder beim Lachen zu fotografieren.


Südamerika und Karibik - Freunde finden in Südamerika

Südamerika ist der Kontinent, auf dem die Menschen häufig in vollkommenem Einklang mit der Natur leben. In ländlichen Gebieten wie Amazonien oder den Anden bestimmt und bereichert die Umgebung die Lebensweise der Menschen. Hier lohnt es sich, diese Harmonie festzuhalten – Bilder, die Mensch und Natur als Einheit zeigen, sieht man in der westlichen Welt nur selten.

Südamerika ist Fotografen gegenüber sehr gastfreundlich, und die Menschen sind sehr freundlich. Bei Reisen durch ländliche Gegenden sollten Sie darauf vorbereitet sein, den Einheimischen Ihre Bilder zu zeigen – die Menschen lassen sich zumeist äußerst bereitwillig fotografieren und lieben es, sich die Ergebnisse anzusehen.

Viele Menschen in ärmeren Gegenden haben kein Geld, eigene Bilder zu machen und drucken zu lassen. Wenn Sie Fotos von den Einheimischen machen möchten, daher hier mein Tipp: Notieren Sie sich die Adressen, um ihnen später Abzüge der Bilder schicken zu können. Ich habe das schon bei vielen Gelegenheiten so gemacht und viel Dank dafür erhalten.In einigen Kulturen der Karibik gilt der Glaube, dass die Darstellung einer Person in einem »Analogiezauber« verwendet werden kann, um die betreffende Person mit Voodoo-Flüchen zu belegen.

Fragen Sie daher, bevor Sie ein Foto machen. Dies gilt vor allem in Touristengebieten, in denen viele Menschen unabhängig von ihrem kulturellen Glauben nicht fotografiert werden möchten – einfach, weil sie es leid sind.

Edströms Top-Tipp: In der Fotografie gibt es magische Zahlen und die wichtigste Zahl, die Sie sich merken sollten, ist die Drei. Egal ob Sie Gegenstände oder Personen fotografieren – Bilder mit genau drei Einzelmotiven wirken am besten.

Quelle: Grayling Deutschland GmbH